18.06.24 | Zahl der Nebenerwerbsgründungen legt zu

Nach dem deutlichen Rücksetzer im Vorjahr (minus 9 Prozent) ist die Zahl der Existenzgründungen 2023 wieder leicht angestiegen, allerdings insbesondere im Nebenerwerb. Dies zeigt der aktuelle KfW-Gründungsmonitor.

Nach der KfW-Auswertung gingen zwar 568.000 Menschen im vergangenen Jahr den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit und damit 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Entwicklungen bei Voll- und Nebenerwerbsgründungen verliefen dabei allerdings sehr unterschiedlich. Während im Vollerwerb die Zahl der Gründungen erneut zurückging auf 205.000 (minus 8 Prozent), legte sie bei Nebenerwerbsgründungen auf 363.000 zu (plus 11 Prozent).

Hohe Abbruchquote, wenig Finanzwissen

Die Planungsquote, also der Anteil derer an der Bevölkerung im Alter von 18 bis 64 Jahren, die eine Gründung aktiv planen, ist von 4,5 Prozent im Jahr 2022 auf zuletzt 3,6 Prozent eingeknickt. Der gesamte Gründungsprozess von Idee bis Umsetzung dauert im Durchschnitt mehrere Monate, und es wird zudem nur ein Bruchteil der Gründungsplanungen realisiert. Die Quote der Gründungsplanungen, bei denen die Umsetzung in den nächsten zwölf Monaten wahrscheinlich ist, beträgt nur noch 2,2 Prozent (Vorjahr: 2,5 Prozent).

"Jährlich werden etwa doppelt so viele Gründungspläne abgebrochen, wie Gründungen realisiert werden. Wenn wir es schaffen, diese Abbruchquote zu reduzieren, wäre schon viel für die Gründungstätigkeit getan. Ein Schlüssel dafür ist Finanzwissen, mit dem viele Gründungshemmnisse seltener werden." sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

Sicherheitsbedürfnisse, Bürokratie und Kapitalmangel

Unabhängig von ihrer Präferenz für oder gegen eine Selbstständigkeit können es sich viele Menschen grundsätzlich nicht vorstellen zu gründen. Das liegt vor allem am Dreiklang Sicherheitsbedürfnisse, Bürokratie und Kapitalmangel. So sind die Top-5-Vorbehalte gegen eine Selbstständigkeit Bedenken wegen zu großer finanzieller Risiken (73 Prozent), zu großer bürokratischer Hürden (69 Prozent), zu geringer Einkommenssicherheit (64 Prozent), zu geringer sozialer Sicherheit (62 Prozent) und Finanzierungsproblemen (60 Prozent). Diese Bedenken gelte es zu adressieren, wenn die Selbstständigkeit für mehr Menschen eine echte Erwerbsalternative sein soll, so das Fazit der KfW.

(KfW / STB Web)

Artikel vom: 18.06.2024

29.05.24 | Unternehmensschließungen nehmen zu

Leere Schaufenster und verwaiste Ladenlokale nehmen zu – immer mehr Unternehmen schließen und scheiden aus dem Markt aus. Die meisten davon still und leise - und nicht als Folge einer Insolvenz.

Einer aktuellen Auswertung des ZEW Mannheim in Zusammenarbeit mit Creditreform zufolge wurden allein im Jahr 2023 in Deutschland rund 176.000 Unternehmen geschlossen. Die meisten davon still und leise, nur 11 Prozent der Schließungen sind die Folge einer Insolvenz. Im Vergleich zu den Schließungen im Jahr 2022 bedeutet dies einen Anstieg um 2,3 Prozent – und zwar über alle Branchen und Unternehmensgrößen hinweg.

Sorgenkind Industrie

Der inhabergeführte Herrenausstatter, der Italiener um die Ecke oder der Traditionsfriseur sind die sichtbarsten Opfer der sich verschlechternden Wirtschaftslage. 2023 haben rund 37.000 Handelsunternehmen aufgegeben. Bei den konsumnahen Dienstleistungen waren es gut 51.000 Betriebe. Das sind deutlich mehr als 2018, im Vergleich zum Vorjahr ist der Trend im Handel (minus 0,8 Prozent) und bei den konsumnahen Dienstleistungen (minus 0,5 Prozent) leicht rückläufig.

Im Baugewerbe stieg die Zahl der Schließungen von 2022 auf 2023 um 2,4 Prozent auf 20.000 Unternehmen – im verarbeitenden Gewerbe um 8,7 Prozent auf 11.000 Schließungen. Das ist der höchste Stand seit 2004.

Forschungsintensive Branchen fallen zurück

Alarmierend sei, so die Forschenden, dass damit nicht nur die industrielle Basis schrumpfe. Differenziere man innerhalb des verarbeitenden Gewerbes noch einmal nach dem Innovationsgrad, so zeige sich, dass die Zahl der Schließungen in den forschungsintensiven Wirtschaftszweigen mit plus 12,3 Prozent deutlich stärker zunimmt als in den nicht forschungsintensiven. Dort sei der Effekt zudem besonders stark, weil den Schließungen stagnierende Gründungen gegenüberstünden. 

(ZEW / STB Web)

Artikel vom: 29.05.2024

24.05.24 | Datenschutz-Grundverordnung: Unternehmen ziehen kritische Bilanz

Auch knapp sechs Jahre nach ihrem Inkrafttreten blicken viele Unternehmen überwiegend kritisch auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Das zeigt eine repräsentative Befragung unter rund 1.350 Unternehmen, die das ZEW Mannheim im März 2024 durchgeführt hat.

"In der Informationswirtschaft und im Verarbeitenden Gewerbe fallen für etwa jedes zweite Unternehmen die negativen Aspekte der DSGVO schwerer ins Gewicht als mögliche positive Aspekte. Entsprechend gibt es nur wenige Unternehmen, die der DSGVO ein gutes Zeugnis ausstellen. Nur für sieben Prozent in der Informationswirtschaft und zwei Prozent im Verarbeitenden Gewerbe überwiegen die positiven Aspekte der Verordnung", kommentiert Dr. Daniel Erdsiek, Ko-Autor der Studie, die Ergebnisse.

Kompliziertere Prozesse

In fast 60 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft haben sich Geschäftsprozesse durch die DSGVO verkompliziert. Zur Einhaltung der neuen Regeln mussten mitunter umfassende Veränderungen der Informationspflichten und der Betroffenenrechte beachtet sowie Konzepte wie Privacy-by-Design und Privacy-by-Default umgesetzt werden. So hat die Umsetzung der DSGVO in 63 Prozent der Unternehmen zu einem hohen Arbeitsaufwand geführt. Auch der aktuelle Aufwand für die Einhaltung der DSGVO wird von der Mehrzahl der Unternehmen als hoch eingestuft. Darüber hinaus berichtet über die Hälfte der Unternehmen von zusätzlichen Kosten für Mitarbeiterschulungen und einem gestiegenen Bedarf an externer Beratung.

Hemmung bei Innovation und KI-Einsatz

Laut Einschätzung einiger Unternehmen hatte die DSGVO zudem negative Effekte auf die eigene Geschäftstätigkeit. So gibt jedes vierte Unternehmen in der Informationswirtschaft an, dass durch die DSGVO Innovationen gebremst wurden – bei den großen Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten beläuft sich dieser Anteil sogar auf 38 Prozent. 18 Prozent der Unternehmen berichten, dass die DSGVO den Einsatz neuer Technologien wie KI erschwert oder bislang verhindert hat.

Auch einige positive Auswirkungen

Neben den negativen Aspekten berichten die Unternehmen allerdings auch von positiven Auswirkungen. So geben 41 Prozent der Unternehmen an, dass ihre Prozesse überprüft und optimiert wurden und in 28 Prozent der Unternehmen wurden in diesem Zuge die Verfahren zur Verarbeitung von Daten standardisiert. Für ein Viertel der Unternehmen hat die DSGVO zu einer erhöhten Rechtssicherheit geführt – ein Anstieg um sechs Prozentpunkte im Vergleich zu März 2020. Gestiegen ist auch der Anteil der Unternehmen, die durch die DSGVO von einem Vertrauenszuwachs der Kundinnen und Kunden ausgehen (von zwölf auf 20 Prozent).

Weniger verbreitet ist aber die Überzeugung, dass sich die DSGVO positiv auf die Geschäftsentwicklung des eigenen Unternehmens ausgewirkt hat (sechs Prozent) oder zu einem Wettbewerbsvorteil für EU-Unternehmen auf internationalen Märkten geführt hat (sechs Prozent).

(ZEW / STB Web)

Artikel vom: 24.05.2024

21.05.24 | Unternehmen senken Hürden für Bewerbungen

Stellenausschreibungen für ein ganz bestimmtes Qualifikationsprofil, Bewerbungen nur schriftlich mit Anschreiben und Foto – das war einmal. Mittlerweile zeigen sich Unternehmen bei ihren Bewerbungskriterien deutlich offener und flexibler, zeigt eine Randstad-Studie.

Über zwei Drittel der Firmen (77 Prozent) haben in den vergangenen fünf Jahren die Struktur von Stellenausschreibungen und Bewerbungsprozessen modernisiert. Ihr Ziel: Die Hürden möglichst niedrig halten, um trotz Bewerbermangel mehr Bewerbungen zu erhalten. Die aktuelle Randstad-ifo-Personalleiterbefragung zeigt, dass die Änderungen sowohl den Bewerbungsprozess selbst als auch die fachlichen Voraussetzungen betreffen.

Social-Media-Bewerbungen beliebt

Am häufigsten nennen die befragten Personalverantwortlichen die Möglichkeit der Social-Media-Bewerbung als Maßnahme, um mehr Bewerbungen zu generieren (62 Prozent). Bei der "klassischen" Bewerbung verzichten 21 Prozent der Unternehmen inzwischen auf ein Foto, 20 Prozent auf ein Bewerbungsanschreiben. Um die Chancen auf aussichtsreiche Kandidaten zu erhöhen, hat fast jedes zweite Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren den Zugang für Quereinsteiger erleichtert (45 Prozent). 40 Prozent der Unternehmen sind sogar dazu bereit, Abstriche bei den Einstiegsvoraussetzungen oder der Erfahrung von Bewerbern zu machen.

Quereinsteiger gefragt

Handelsunternehmen erleichtern Quereinsteigern besonders häufig den Zugang (50 Prozent). Auch die Einstiegsvoraussetzungen zur Ausbildung und Berufserfahrung senken 41 Prozent der Unternehmen im Handel. Der Dienstleistungssektor zeigt sich ähnlich offen gegenüber Quereinsteigern (45 Prozent) und Geringer-Qualifizierten (41 Prozent). In Industrieunternehmen hingegen haben Bewerber aus anderen Branchen (41 Prozent) oder jene, die den Jobanforderungen nicht voll entsprechen (37 Prozent), seltener Chancen.

Größere Unternehmen flexibler

Im Größenvergleich zeigen sich Unternehmen mit 250-499 Mitarbeitenden am häufigsten offen für Quereinsteiger (59 Prozent), kleinere Unternehmen (<50 Mitarbeitende) seltener (36 Prozent). Kein Ausschlusskriterium sind mangelnde Erfahrung und Qualifikation für 46 Prozent der Großunternehmen (>500 Mitarbeitende).

(Randstad / STB Web)

Artikel vom: 21.05.2024

16.05.24 | Deutsche Startups müssen im Schnitt 2,7 Millionen Euro einsammeln

2,7 Millionen Euro – so hoch ist nach Angaben des Digitalverbands Bitkom im Durchschnitt der Bedarf an Wagniskapital bei Tech-Startups in Deutschland, die in den kommenden zwei Jahren frisches Kapital benötigen.

6 von 10 (61 Prozent) müssen frisches Geld einsammeln, 12 Prozent sogar 5 Millionen Euro oder mehr. Ein Drittel (33 Prozent) benötigt 1 bis 5 Millionen Euro, 17 Prozent weniger als 1 Million Euro. Rund ein Viertel (24 Prozent) benötigt kein Wagniskapital, 15 Prozent können oder wollen dazu keine Angabe machen. Das sind Ergebnisse aus einer Befragung von 172 Tech-Startups im Auftrag von Bitkom.

Mehrheit ist zuversichtlich

Die große Mehrheit der Startups mit Kapitalbedarf ist zuversichtlich, die Finanzierungsrunden erfolgreich abschließen zu können. 42 Prozent halten das für sehr wahrscheinlich, 37 Prozent für eher wahrscheinlich. Nur 14 Prozent sagen, das sei aktuell eher unwahrscheinlich, 3 Prozent halten es sogar für sehr unwahrscheinlich. Zugleich stellen aber 8 von 10 (79 Prozent) der Startups fest, dass durch die konjunkturelle Entwicklung Investoren deutlich zurückhaltender geworden sind. Aktuell sagen nur noch 17 Prozent der Startups, dass es hierzulande ausreichend Venture Capital für Startups gibt, vor einem Jahr waren es noch 32 Prozent.

Kreditbeschaffung bleibt schwierig

45 Prozent der befragten Startups beklagen, dass sie mit ihrem Geschäftsmodell Schwierigkeiten haben, Kredite zu bekommen. Fast jedes dritte Startup (31 Prozent) überlegt, ins Ausland zu gehen, weil es in Deutschland zu wenig Kapital gibt. Fast die Hälfte (45 Prozent) hält für möglich, durch einen Börsengang frisches Kapital zu besorgen. Dabei kommt für 32 Prozent ein Gang aufs Parkett in Deutschland in Frage, 31 können sich vorstellen, an eine ausländische Börse zu gehen.

(Bitkom / STB Web)

Artikel vom: 16.05.2024

08.05.24 | Online-Veranstaltungen und Umsatzsteuer

Die obersten Finanzbehörden haben einen Erlass zur umsatzsteuerlichen Einordnung von Umsätzen aus Online-Veranstaltungsdienstleistungen und weiteren Online-Dienstleistungsangeboten insbesondere auch auf dem Gebiet der Kunst und Kultur verfügt.

Veranstaltungen im Bereich der Kunst und Kultur, aber auch auf dem Gebiet der Wissenschaft, der Bildung, des Sports oder der Unterhaltung werden zunehmend nicht nur in Präsenz, sondern auch über das Internet oder ein ähnliches elektronisches Netz angeboten.

Dabei sind die Angebotsformen vielfältig. Teilweise werden Live-Veranstaltungen parallel in Echtzeit digital übertragen, teilweise ersetzt die Live-Übertragung die persönliche Teilnahme vor Ort sogar vollständig und vielfach werden Live-Mitschnitte oder vorproduzierte Aufzeichnungen entsprechender Veranstaltungen (wie beispielsweise Konzerte, aber auch Unterrichts- oder Fitnesskurse) digital zum Auf- und Abruf via Streaming oder Download zur Verfügung gestellt.

Steuerbefreiungen und Steuerermäßigungen

Neben der Frage nach dem Leistungsort ist in diesen Fällen auch zu klären, inwieweit Steuerbefreiungen oder Steuerermäßigungen anwendbar sind. Dies betrifft vor allem Veranstaltungen auf dem Gebiet der Kunst und Kultur (Streaming von Konzerten, Orchester- oder Theateraufführungen), bei welchen eine Befreiung oder eine Ermäßigung in Betracht kommen kann, aber vermehrt auch Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen, bei welchen ebenfalls eine
Steuerbefreiung möglich ist.

Deshalb haben die obersten Finanzbehörden nun Regelungen zur umsatzsteuerlichen Einordnung von Umsätzen für Online-Veranstaltungsdienstleistungen im B2C-Bereich, insbesondere auch auf dem Gebiet der Kunst und Kultur getroffen.

BMF-Schreiben vom 29. April 2024

(BMF / STB Web)

Artikel vom: 08.05.2024

06.05.24 | Ausschreibungen machen Unternehmen weniger innovativ

Die Innovationsfähigkeit von Unternehmen sinkt, wenn sie öffentliche Ausschreibungen ohne Innovationsanreize gewinnen. Langfristig steht dadurch sogar ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel. Das haben Forschende des ZEW Mannheim festgestellt.

Durch den Gewinn eines öffentlichen Auftrags ohne zusätzliche Vergabekriterien konzentrieren sich Unternehmen stärker auf etablierte Produkte und Dienstleistungen und verlieren sowohl hinsichtlich ihrer Produkte als auch ihrer Prozesse an Innovationskraft. Wenn öffentliche Ausschreibungen also hauptsächlich auf den Preis ausgerichtet sind, fehlt den Unternehmen der Anreiz, in innovative Lösungen zu investieren. Und wenn sich die öffentliche Beschaffung zudem ausschließlich an etablierte Anbieter mit bekannten Produkten oder Dienstleistungen richtet, werden innovative Unternehmen im Zweifel benachteiligt.

"Öffentliche Ausschreibungen spielen eine wichtige Rolle für die deutsche Innovationsdynamik. Derzeit tragen viele nicht-innovative Ausschreibungen im öffentlichen Sektor zu einem innovationsfeindlichen Geschäftsumfeld bei", erklärt Bastian Krieger vom ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim.

Zusätzlichen Vergabekriterien als Sprungbrett für Innovation

Öffentliche Aufträge mit zusätzlichen Vergabekriterien können hingegen als Sprungbrett dienen, um innovative Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. Der Gewinn einer solchen Ausschreibung kann den Zugang zu neuen Kunden und Märkten eröffnen. Durch die Zusammenarbeit mit öffentlichen Auftraggebern können Unternehmen neue Partnerschaften aufbauen, die wiederum Innovationen fördern. Darüber hinaus kann der Wettbewerb um öffentliche Aufträge die Unternehmen dazu anregen, effizienter zu arbeiten und kontinuierlich innovative Verbesserungen vorzunehmen.

(ZEW / STB Web)

Artikel vom: 06.05.2024

02.05.24 | Arbeitskosten in Deutschland

Eine Arbeitsstunde kostete im Jahr 2023 im Schnitt 41,30 Euro und damit rund 30 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt von 31,80 Euro. Im EU-weit liegt Deutschland an sechster Stelle.

Im Verarbeitenden Gewerbe kostete eine Arbeitsstunde 2023 durchschnittlich 46,00 Euro und damit rund 44 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt (32,00 Euro). Bei den marktbestimmten Dienstleistungen waren die Arbeitskosten in Deutschland mit durchschnittlich 39,80 Euro pro Stunde rund 25 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt (31,80 Euro).

Die höchsten Arbeitskosten je geleistete Stunde wurden in Luxemburg (53,90 Euro), Dänemark (48,10 Euro) und Belgien (47,10 Euro) gezahlt. Auch die Niederlande und Frankreich liegen noch vor Deutschland mit 43,30 bzw. 42,20 Euro. Zu den Ländern mit den niedrigsten Arbeitskosten zählen Ungarn (12,80 Euro), Rumänien (11,00 Euro) und Bulgarien (9,30 Euro).

Die höchsten prozentualen Anstiege bei den Arbeitskosten waren 2023 in Ungarn (19,9 Prozent), Rumänien (16,1 Prozent) und Polen (15,9 Prozent) zu verzeichnen. In Italien (1,4 Prozent), Dänemark (2,5 Prozent) und Malta (3,2 Prozent) fielen die Erhöhungen am schwächsten aus. In Schweden sanken die Arbeitskosten sogar (-3,3 Prozent). In Deutschland war der Anstieg mit +4,8 Prozent um 0,5 Prozentpunkte niedriger als im EU-Durchschnitt mit +5,3 Prozent.

(Destatis / STB Web)

Artikel vom: 02.05.2024

26.04.24 | Bundesrat fordert Mutterschutz für Selbständige

Selbständige sollen während der Schwangerschaft und nach der Entbindung die gleichen Mutterschutzleistungen erhalten wie Arbeitnehmerinnen. Dies fordert der Bundesrat von der Bundesregierung in einer Entschließung.

Der Bundesrat begründet seine Forderung mit dem immer noch auffällig niedrigen Anteil von Frauen bei Unternehmensgründungen und in der Geschäftsführung von Start-Ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen.

Die deutsche Rechtsordnung enthalte Regelungen für Arbeitnehmerinnen, Beamtinnen und Richterinnen - nicht jedoch für Selbständige. Es müssten gleichwertige Verhältnisse in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen werden, um den Frauenanteil unter den Selbständigen zu erhöhen.

Unternehmerinnen im Handwerk besonders betroffen

Gerade junge Unternehmerinnen hätten oft noch keine Rücklagen für eine ausreichende Vorsorge. Ihnen drohten beim Ausfall durch Schwangerschaft und Geburt Auftragseinbußen und Umsatzrückgänge, die bis zur Insolvenz führen könnten. Unternehmerinnen im Handwerk seien besonders betroffen, da die Arbeit oft körperlich belastend und in dieser Lebensphase der Investitionsbedarf besonders hoch sei. Daher müssten für Gründerinnen und Selbständige Instrumente geschaffen werden, die einerseits Rückhalt zur Gründung geben und andererseits schwangerschaftsbedingte Betriebsschließungen verhindern, verlangt der Bundesrat. Finanziert werden könnten diese Instrumente durch Bundesmittel oder durch Schaffung eines solidarischen Umlagesystems.

Die Entschließung wird der Bundesregierung zugeleitet. Diese entscheidet, wann sie sich mit den Länderforderungen befasst. Feste Fristvorgaben gibt es hierfür nicht.

(BR / STB Web)

Artikel vom: 26.04.2024

22.04.24 | KI-Einsatz bei der Arbeit: Beschäftigte sind geteilter Meinung

Eine KI als Kollegin? Die Frage spaltet derzeit Deutschlands Beschäftigte. Die Hälfte der Erwerbstätigen (51 Prozent) wünscht sich, dass Künstliche Intelligenz langweilige Routineaufgaben in ihrem Job übernimmt. Aber fast ebenso viele (46 Prozent) lehnen das ab.

Knapp die Hälfte (45 Prozent) der Beschäftigten hätte gerne eine KI als persönlichen Assistenten bei der Arbeit, aber nur 31 Prozent gehen davon aus, dass eine KI ihnen derzeit Aufgaben an ihrem Arbeitsplatz auch tatsächlich abnehmen könnte. Umgekehrt meinen jedoch 13 Prozent, dass sie in ihrem Beruf durch eine KI künftig komplett ersetzen werden könnten. Das sind Ergebnisse einer Befragung von 511 Erwerbstätigen in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Zukunftsfähig bleiben

Den größten Vorteil beim KI-Einsatz am Arbeitsplatz sehen Erwerbstätige darin, dass Unternehmen damit zukunftsfähig bleiben (50 Prozent). 47 Prozent sagen, dass dadurch Arbeitszeit gespart wird, 41 Prozent, dass sich Menschen dadurch auf wichtigere Aufgaben konzentrieren können. Je rund ein Drittel meint, dass mit KI menschliche Fehler vermieden werden (33 Prozent), schnellere und präzisere Problemanalysen möglich sind (31 Prozent) und sich die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöht (30 Prozent).

Kosteneinsparungen und beschleunigte Prozesse

Ein Viertel (26 Prozent) sieht Kosteneinsparungen als Vorteil, ein Fünftel (21 Prozent) einen geringeren Ressourcenverbrauch. Beschleunigte Prozesse nennen 18 Prozent als Vorteil, 12 Prozent erhoffen sich durch KI Expertenwissen im Unternehmen, das es sonst nicht gäbe.

Nur 9 Prozent erwarten, dass durch KI Produkte und Dienstleistungen verbessert werden und gerade einmal 7 Prozent rechnen damit, dass KI völlig neue Produkte und Dienstleistungen ermöglicht. Fast ein Fünftel (18 Prozent) der Beschäftigten meint, KI habe in der Arbeitswelt gar keine Vorteile.

Vorbehalte und Befürchtungen

Dagegen sieht nur 1 Prozent keine Nachteile beim KI-Einsatz in der Arbeitswelt. Drei Viertel (77 Prozent) befürchten, dass durch KI Arbeitsplätze wegfallen, 71 Prozent, dass aufgrund des KI-Einsatzes unklar werde, wer für einen Fehler die Verantwortung trägt. Und 66 Prozent haben Sorge, dass sich die Menschen künftig zu sehr auf KI verlassen. Ebenfalls rund zwei Drittel (64 Prozent) sehen als Nachteil, dass die Arbeit durch KI die menschliche Ebene verliert.

Und 63 Prozent halten für unklar, an wen die Daten gehen, die für KI genutzt werden. Weniger weit verbreitet ist die Kritik, dass KI zu kompliziert zu nutzen ist (24 Prozent) und Unternehmen zu viel Geld für KI ausgeben, das dann anderswo fehlt (20 Prozent). 5 Prozent beklagen, dass KI vor allem die einfachen Aufgaben übernimmt, die auch einmal Verschnaufpausen am Arbeitsplatz bieten.

(Bitkom / STB Web)

Artikel vom: 22.04.2024

Denis Broll - Diplom Ökonom | Steuerberater, Fachberater für int. Steuerrecht, zert. Berater für E-Commerce <small>(IFU / ISM gGmbH)</small>

Ihr Ansprechpartner:

Denis Broll
Diplom Ökonom | Steuerberater
Fachberater für int. Steuerrecht
zert. Berater für E-Commerce (IFU / ISM gGmbH)

Telefon: +49 281 / 33 99 33
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

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