11.06.24 | Hausarztberuf soll attraktiver werden

Das Bundeskabinett hat im Mai 2024 einen Gesetzentwurf zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung beschlossen. Insbesondere der Hausarztberuf soll attraktiver werden, wie aus der Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht.

Alle Hausarztleistungen einschließlich Hausbesuche sollen künftig ohne Kürzungen vergütet werden. Budgetvorgaben sollen also fallen. Patientinnen und Patienten mit leichten chronischen Erkrankungen ohne hohen Betreuungsbedarf müssen nicht mehr jedes Quartal einbestellt werden. Hier sollen neue Versorgungspauschalen die "Quartalslogik" ersetzen. Des Weiteren müssen Hausärzte und Fachärzte künftig weniger Arzneimittelregresse fürchten, weil die Bagatellgrenze deutlich angehoben wird.

Hausarztinnen und Hausärzte, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, wie zum Beispiel bedarfsgerechte Praxisöffnungszeiten und viele Haus- und Heimbesuche, sollen zudem besonders honoriert werden.

In dem Gesetzentwurf ist auch vorgesehen, es Gemeinden und Städten zu erleichtern, kommunale MVZ zu gründen, damit sie die Versorgung vor Ort noch besser mitgestalten können.

Auch die ambulante psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung soll verbessert und die Erbringung psychotherapeutischer Leistungen vereinfacht werden.

Der entsprechende Entwurf des sogenannten Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetzes (GVSG) wurde vom Bundeskabinett am 22. Mai 2024 beschlossen.

(BMG / STB Web)

Artikel vom: 11.06.2024

04.06.24 | Apotheken bewerten Legalisierung von Cannabis negativ

Die Legalisierung von Cannabis wird von Apothekerschaft größtenteils negativ aufgenommen. Das geht aus der neuen Ausgabe des Apothekenkonjunkturindex APOkix des IFH KÖLN hervor. Dieser zählt als Stimmungsbarometer im deutschen Apothekenmarkt.

Bei einem Großteil der Befragten (80 Prozent) spielt die Abgabe von Medizinalcannabis bislang keine oder kaum eine Rolle. Generell bewertet die Mehrheit die Legalisierung negativ (74 Prozent), nur wenige stehen der Gesetzesänderung neutral (14 Prozent) oder positiv (12 Prozent) gegenüber. Vier von fünf Befragten verbinden mit der Cannabis-Legalisierung Risiken für die eigene Apotheke (83 Prozent).

Befragte sehen Risiken für Apotheken

Die Sorgen der Apothekerschaft beziehen sich auf Unsicherheit und Aufwand bei der Abgabe von Cannabisprodukten sowie auf negative Auswirkungen auf das Apothekenimage. So befürchten 71 Prozent fragwürdige Rezeptverordnungen durch diverse Internet-Plattformen und einen erhöhten Beratungs- und Prüfungsbedarf bei Privatrezepten (45 Prozent). Rund die Hälfte der Befragten sieht zudem rechtliche Unsicherheiten (45 Prozent) und ein Viertel befürchtet negative Auswirkungen auf das Apothekenimage (25 Prozent).

Erwartete Chancen halten sich in Grenzen

Chancen mit der Legalisierung für die eigene Apotheke verbinden knapp 19 Prozent der Befragten. So sehen beispielsweise rund 11 Prozent Potenziale in der Erweiterung des Produkt- und Beratungsangebots und 9 Prozent erwarten Umsatzsteigerungen durch die Abgabe von Medizinalcannabis auf Rezept. Seit der Legalisierung verzeichnet mehr als jede dritte Apotheke vermehrt Kundenanfragen zum Thema Cannabis und zu Cannabis-Produkten (37 Prozent) und einige hoffen, durch die veränderte Gesetzeslage neue Kundschaft gewinnen zu können (7 Prozent). Ungeachtet betrieblicher Interessen sind 40 Prozent der Befragten überzeugt, dass Apotheken zukünftig eine wichtige Rolle bei der Aufklärung der Bevölkerung über den sicheren Umgang mit Cannabis spielen werden.

Konjunkturindizes zeigen Abwärtstendenz

Im Mai ist die Stimmung der befragten Apothekeninhabenden gedämpfter als im Vormonat: Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage sinkt von 67,9 Punkten auf 61,3 Punkte. Auch bei den Geschäftserwartungen zeigen sich die Befragten kritischer als im Vormonat: Während die Bewertung im April bei 48,1 Punkten lag, sind es im Mai 34,0 Punkte. Im Vergleich zum Mai 2023 verlieren beide Indizes rund zehn Punkte.

Das IFH KÖLN (Institut für Handelsforschung) ist ein renommiertes Marktforschungs- und Beratungsunternehmen im Handelsumfeld. In den monatlichen Onlinebefragungen werden Apothekeninhabende zur Einschätzung ihrer aktuellen und erwarteten Umsatzlage befragt.

(IFH Köln / STB Web)

Artikel vom: 04.06.2024

29.05.24 | Urteil zur Arzneimittelpreisbindung

Das Oberlandesgericht (OLG) München hat sich in einer aktuellen Entscheidung mit der Arzneimittelpreisbindung bei rezeptpflichtigen Medikamenten befasst. Die Apotheken-Verbände begrüßen sehen den Verbraucherschutz im deutschen Gesundheitswesen gestärkt.

Das bayerische Gericht weist in einem aktuellen Fall die Berufung einer niederländischen Versandapotheke gegen ein Urteil des Landgerichtes München zurück. In einem mehrjährigen wettbewerbsrechtlichen Verfahren wurde dort die Gewährung von Boni zwischen drei und neun Euro im Jahr 2012 als Verstoß gegen das geltende Arzneimittelpreisrecht festgestellt.

Unter Berücksichtigung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2016 begründet das OLG München seine Entscheidung nun wie folgt: "Die bundesdeutschen Regelungen zur Arzneimittelpreisbindung sind weder nach der zum Zeitpunkt der streitgegenständlichen Werbeaktion maßgeblichen noch auf der Grundlage der zum Zeitpunkt der Entscheidung geltenden Rechtslage wegen Verstoßes gegen die gemäß Art. 28 ff. AEUV gewährleistete Warenverkehrsfreiheit unionsrechtswidrig." Der Bayerische Apothekerverband (BAV) hatte die Klage mit Unterstützung der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände eingereicht.

"Wir begrüßen das Urteil des Oberlandesgerichtes München, denn es stärkt den Verbraucherschutz für Millionen Patientinnen und Patienten", sagt Dr. Hans-Peter Hubmann, BAV-Vorsitzender und Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). Ausländische Versandapotheken müssten akzeptieren, dass deutsches Recht auch für sie gelte, wenn sie hierzulande agieren wollen. Die Arzneimittelpreisbindung bei rezeptpflichtigen Medikamenten sei eine tragende Säule des deutschen Gesundheitswesens.

Das OLG München hat die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen.

(ABDA / STB Web)

Artikel vom: 29.05.2024

24.05.24 | Neuregelung des Anspruchs auf Einsichtnahme in die Patientenakte

Der Anspruch auf Einsichtnahme in die Patientenakte soll anlässlich eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs teilweise neu geregelt werden. Insbesondere soll im Gesetz klargestellt werden, dass die erste Abschrift der Patientenakte unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden muss.

Dadurch soll die Regelung in Einklang mit dem europäischen Datenschutzrecht gebracht werden. Das sieht ein aktueller Gesetzentwurf des Bundesministeriums der Justiz (BMJ) vor.

Der Anspruch von Patientinnen und Patienten auf Einsicht in ihre Patientenakte ist in Paragraph § 630g des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geregelt. Dieser sieht bislang noch vor, dass die Patientinnen und Patienten die Kosten für die Erstellung der Kopie der Patientenakte tragen und steht in einem Spannungsverhältnis zur europäischen Datenschutz-Grundverordnung.

Diese gewährt einen Anspruch auf Erhalt einer ersten kostenlosen Kopie der gespeicherten personenbezogene Daten gegenüber demjenigen, der datenschutzrechtlich für die Verarbeitung verantwortlich ist. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 26. Oktober 2023 entschieden, dass Mitgliedstaaten im Hinblick auf die Unentgeltlichkeit der ersten Kopie keine Abweichungen im nationalen Recht vorsehen dürfen (Urteil vom 26.10.2023, Az. C-307/22).

(BMJ / STB Web)

Artikel vom: 24.05.2024

15.05.24 | Gesundheitsausgaben 2022 auf knapp 500 Milliarden Euro gestiegen

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Prozent oder 22,6 Milliarden Euro auf 497,7 Milliarden Euro gestiegen. Das waren 5.939 Euro je Einwohnerin und Einwohner.

Wie das Statistische Bundes­amt (Destatis) weiter mitteilt, lag der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2022 bei 12,8 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte niedriger als 2021. Seit Beginn der Corona-Pandemie zum Jahresanfang 2020 bis Ende 2022 stiegen die Gesundheitsausgaben um 20,0 Prozent oder 83,1 Milliarden Euro.

Ausgaben im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hatten auch 2022 einen spürbaren Einfluss auf die Gesundheitsausgaben.

Gesetzliche Krankenversicherung größter Ausgabenträger

Mit einem Ausgabenanteil von 53,3 Prozent war die gesetzliche Krankenversicherung auch im Jahr 2022 der größte Ausgabenträger im Gesundheitswesen. Die soziale Pflegeversicherung war 2022 mit 57,7 Milliarden Euro oder 11,6 Prozent der Gesundheitsausgaben zweit­größter Ausgabenträger. Im Vorjahresvergleich wies sie einen Ausgabenanstieg von 11,7 % oder 6,0 Milliarden Euro auf.

Die privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck hatten 2022 einen Anteil von 11,4 Prozent an den Gesundheitsausgaben. Im Vergleich zu 2021 verzeichneten sie einen Rückgang von 5,2 Prozent oder 3,1 Milliarden Euro auf 56,8 Milliarden Euro. Hierfür waren insbesondere die seit Anfang 2022 geltenden Regelungen zur Bezuschussung des pflegebedingten Eigenanteils für vollstationäre Pflege sowie Umsatzrückgänge im Gesundheitshandwerk ursächlich.

Die Ausgaben der privaten Krankenversicherung stiegen um 4,4 Prozent oder 1,6 Milliarden Euro auf 38,3 Milliarden Euro. Auf sie entfielen 7,7 Prozent der Gesundheitsausgaben.

Über 40 Prozent der Corona-Ausgaben für Tests

36,1 Milliarden Euro der Gesundheitsausgaben im Jahr 2022 standen als laufende Ausgaben im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie (2020: 18,2 Milliarden Euro; 2021: 30,6 Milliarden Euro). Den größten Ausgabenposten bildeten hier mit 14,5 Milliarden Euro und einem Anteil von 40,1 Prozent die Ausgaben für Tests im Sinne der Coronavirus-Testverordnung oder Tests beispielsweise in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Praxen. Nicht darin enthalten sind die Selbsttests.

Die Ende Dezember 2020 begonnene Impfkampagne verursachte im Jahr 2022 Ausgaben von 9,4 Milliarden Euro, das waren 26 Prozent der laufenden Ausgaben im Corona-Zusammenhang. Der Betrag setzt sich aus den Ausgaben zum Beispiel für die Einrichtung und den Betrieb von Impfzentren im Sinne der Coronavirus-Impfverordnung als auch den Ausgaben für die im Rahmen der Impfkampagne zentral beschafften verimpften Dosen zusammen.

(Destatis / STB Web)

Artikel vom: 15.05.2024

10.05.24 | Gesundheitswirtschaft: Entwicklung der Augenoptik-Branche

Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) hat seinen aktuellen Branchenbericht veröffentlicht. Er bietet einen Überblick über Kennzahlen zur wirtschaftlichen Situation der Augenoptikbranche.

Nach turbulenten Zeiten zeigte sich 2023 in der Augenoptik erstmals eine leichte Entspannung im Hinblick auf den Arbeitsmarkt. So stieg die Zahl der arbeitslosen Augenoptiker im vergangenen Jahr, gleichzeitig sank die Anzahl der freien Stellen. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage verringerte sich damit im Vergleich zu den Vorjahren.

Reaktionen auf den Fachkräftemangel

Anfang dieses Jahres gaben 41 Prozent der Betriebe an, in den vergangenen sechs Monaten Fachpersonal gesucht zu haben. Nur ein knappes Drittel konnte diese freien Stellen wie gewünscht besetzen. Betroffene Betriebe optimieren dahingehend ihre Betriebsorganisation. So nutzen 84 Prozent eine Terminvergabe. Um vorhandenes Fachpersonal für den Betriebsablauf effizienter einsetzen zu können, werden Dienstleistungen teilweise ausgelagert.

Nachfolgeprobleme und Marktkonzentration

Faktoren wie die Inflationsrate sind nicht die einzigen Gründe für Marktveränderungen: In den vergangenen zehn Jahren ist der durchschnittliche Nettoumsatz pro Betriebsstätte um 41 Prozent gestiegen, während die Preissteigerungsrate in diesem Zeitraum nur etwa halb so hoch war. Grund dafür sind die deutlichen Verschiebungen in Richtung größerer Geschäfte. Diese Entwicklung liegt einerseits am generellen Rückgang der Betriebsstätten. Viele kleinere Unternehmen finden keinen Nachfolger und verschwinden vom Markt.

Andererseits kommt immer mehr Geld in die Branche, Kapitalunternehmen bauen neue Ketten auf und übernehmen zum Teil größere Standorte. Auch mittlere Filialunternehmen expandieren weiter. Infolgedessen setzt sich die Marktkonzentration weiter fort: Der Umsatzanteil der zehn größten Unternehmen hat sich 2023 um zwei Prozentpunkte erhöht und liegt damit bei 53 Prozent des Gesamtmarktes.

(ZVA / STB Web)

Artikel vom: 10.05.2024

02.05.24 | Ärzteverbände fordern Anpassung der Gebührenordnungen

Ärzteverbände fordern eine Anpassung der Gebührenordnungen für Ärzte und Zahnärzte. Die jetzt gültigen Abrechnungsgrundlagen seien inhaltlich veraltet und berücksichtigten in keiner Weise die Preisentwicklung.

Dies erklärten Bundesärztekammer (BÄK) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) in einer Anhörung des Gesundheitsausschusses. Andere Sachverständige schlossen sich der Einschätzung im Grundsatz an.

Nach Ansicht der Bundeszahnärztekammer ist die GOZ fachlich wie betriebswirtschaftlich veraltet und als Abrechnungsgrundlage nicht mehr geeignet. Inflationsbedingt sei das Honorar der Zahnärzte seit 1988 um knapp 109 Prozent entwertet worden. Zudem seien viele der 1988 beschriebenen Leistungen heute fachlich überholt. Es gebe inzwischen mehr als 160 zahnärztliche Leistungen, die in der GOZ nicht beschrieben seien. Eine Sprecherin der BZÄK sagte in der Anhörung, junge Zahnärzte würden angesichts der steigenden Kosten, die in der GOZ nicht abgebildet sind, davon abgeschreckt, sich niederzulassen.

Gebührenordnungen aus den 1980er Jahren

Ähnlich argumentierte die Bundesärztekammer. Die aktuell gültige GOÄ stamme im Wesentlichen aus dem Jahr 1982 und sei 1996 nur teilnovelliert worden. Sie bilde weder den medizinischen Fortschritt ab noch die Kosten- und Preisentwicklung der letzten Jahrzehnte. Ärztliche Leistungen, die in der GOÄ nicht enthalten seien, müssten über oft komplizierte Analogbewertungen abgerechnet werden.

Der Anhörung liegt ein Antrag der Unionsfraktion zugrunde, in dem sie die Bundesregierung dazu auffordert, eine Novelle der GOÄ und der GOZ unverzüglich auf den Weg zu bringen. 

(hib / STB Web)

Artikel vom: 02.05.2024

26.04.24 | Bundesrat: Vorschriften für Vor-Ort-Apotheken lockern

In einer am 26. April 2024 gefassten Entschließung fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf, mit einer nationalen Strategie und gesetzlichen Regelungen die Versorgung mit Arzneimitteln - insbesondere von Kindern und Jugendlichen - nachhaltig zu verbessern.

Die Entschließung geht auf eine Initiative von Baden-Württemberg und Bayern zurück und verweist auf Erfahrungen mit knappen Kinderarzneimitteln im Winter 2022/2023. Auch heute bestünden weiterhin zahlreiche Versorgungsengpässe, heißt es in der Begründung.

Strategie für bessere Versorgung mit Arzneimitteln

Um Engpässe zukünftig zu verhindern, seien Vorschriften für den Import und die Lagerhaltung dringend notwendiger Medikamente - insbesondere für Vor-Ort-Apotheken - zu lockern. Zudem müsse es möglich sein, dass die Restbestände von nach einem festgestellten Versorgungsmangel eingeführten Arzneimitteln auch später noch für einen gewissen Zeitraum abverkauft werden dürfen.

Nach Ansicht des Bundesrates brauche es zusätzlich mehr Handlungsspielraum für Apotheken beim Austausch von Arzneimitteln. Auch sollen Apotheken in der Lage sein, nach Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt von verordneten, nicht vorrätigen Wirkstoffen abweichen dürfen, wenn diese nicht auf der Substitutionsausschlussliste stehen.

Für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen sollen Apotheken wie Arzneimittelhersteller unbürokratisch auf Grundlage einer Standardzulassung Fiebersäfte und -zäpfchen herstellen und in Verkehr bringen können, um einen steigenden Bedarf zu decken.

Bessere Planungssicherheit für Produzierende

Darüber hinaus verlangen die Länder eine nationale Strategie für die Bevorratung von Arzneimitteln und außerdem verstärkte Anreize für pharmazeutische Unternehmen, um langfristig die Produktion und Bereitstellung lebenswichtiger generischer Medikamente zu gewährleisten. Hierfür benötige die Pharmaindustrie mehr Planungssicherheit als durch die bisherige Rabattvertragsgestaltung.

Bundesregierung am Zug

Die Entschließung wurde der Bundesregierung zugeleitet. Sie entscheidet, wann sie sich mit den Länderforderungen befasst. Feste Fristvorgaben gibt es hierfür nicht.

(Bundesrat / STB Web)

Artikel vom: 26.04.2024

18.04.24 | Aktuelle Entwicklungen am Pharmamarkt

Jede zweite Arzneimittelpackung, die in Apotheken verkauft wird, ist nicht verschreibungspflichtig. Dies zeigen aktuelle Daten. Der Markt der sogenannten Selbstmedikation (OTC) wird nach Einschätzung des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) wieder wichtiger.

"Nachdem der OTC-Gesamtmarkt pandemiebedingt unter Druck geraten war, hat er sich nun wieder eingepegelt. Insgesamt ist der Markt der verschreibungsfreien Arzneimittel von 2022 auf 2023 um 0,5 Prozent gewachsen (nach Packungen) und hat aktuell ein Volumen von elf Milliarden Euro erreicht", sagt Dr. med. Kai Joachimsen, BPI-Hauptgeschäftsführer.

OTC-Preise in Apotheken stabil

Während viele Wirtschaftsbranchen an die Inflation angepasste Preissteigerungen durchführen, hätten die Arzneimittelhersteller ihre Preise unter der Inflation angepasst. "Seit Januar 2021 ist der Verbraucherpreisindex um 16,4 Prozent gestiegen, doch die Apothekenverkaufspreise stiegen um 7,5 Prozent weniger als die Verbraucherpreise insgesamt", so Joachimsen.

Diese Entwicklung sei auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: Einer davon sei, dass pharmazeutische Unternehmen mitunter darauf verzichtet hätten, die gestiegenen Produktionskosten auf die Arzneimittelpreise umzulegen, obwohl die Arzneimittelindustrie stark von den Kostensteigerungen für Rohstoffe und Produktion betroffen sei.

Besonders hoch war nach den Zahlen des BPI die Nachfrage im Jahr 2023 nach Husten- und Erkältungsmitteln, gefolgt von Vitaminen und Mineralstoffen sowie Schmerz-, Muskel- und Gelenkmitteln. Der Markt der rezeptfreien Abnehmpräparate ist hingegen um 16,9 Prozent zurückgegangen.

Über die OTC-Daten 2024

Die BPI "OTC-Daten 2024" bilden aktuelle Marktentwicklungen ab. Ergänzt wird die neue Ausgabe von einem Überblick über die inflationsbedingte Entwicklung der Verbraucherpreise im Vergleich zu den Apothekenverkaufspreisen. Die Broschüre vereint Absatz- und Umsatzentwicklungen einzelner OTC-Produktsparten mit umfassenden Analysen zur Branchenstruktur. Grafiken, Zahlen und Fakten präsentieren relevante Informationen über OTC-Marktsegmente im kompakten Format.

Download der Broschüre

(BPI / STB Web)

Artikel vom: 18.04.2024

11.04.24 | Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle

Die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit ist 2023 um mehr als 60 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang geht laut dem Verband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) fast vollständig auf Corona zurück.

Entsprechend sank auch die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten auf 72.747 (-63,5 Prozent). Im Jahr 2023 gingen 64.733 Verdachtsanzeigen zu COVID-19 als Berufskrankheit ein. Im selben Zeitraum haben Berufsgenossenschaften und Unfallkassen 53.592 Fälle anerkannt. Das waren deutlich weniger als in den Jahren zuvor. "Dieser Rückgang folgt dem allgemeinen Trend beim Infektionsgeschehen und überrascht daher nicht." so DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Hussy. Die Verdachtsanzeigen zu allen anderen Berufskrankheiten lägen damit auf dem Niveau von 2019.

Zahl der Arbeitsunfälle sinkt leicht

Laut DGUV-Statistik ereigneten sich im vergangenen Jahr 785.164 meldepflichtige Arbeitsunfälle in deutschen Betrieben. Das entspricht einem leichten Rückgang von 0,3 Prozent. Eine Zunahme war hingegen bei den Wegeunfällen zu verzeichnen. Mit 184.189 Unfällen ereigneten sich 6,3 Prozent mehr Unfälle auf dem Weg zur Arbeit als im Vorjahr. Die Zahl der tödlichen Unfälle bei der Arbeit und auf dem Weg dorthin fiel dagegen auf den niedrigsten Wert in der Geschichte der gesetzlichen Unfallversicherung: 2023 waren es 610, im Jahr zuvor noch 671.

(DGUV / STB Web)

Artikel vom: 11.04.2024

Denis Broll - Diplom Ökonom | Steuerberater, Fachberater für int. Steuerrecht, zert. Berater für E-Commerce <small>(IFU / ISM gGmbH)</small>

Ihr Ansprechpartner:

Denis Broll
Diplom Ökonom | Steuerberater
Fachberater für int. Steuerrecht
zert. Berater für E-Commerce (IFU / ISM gGmbH)

Telefon: +49 281 / 33 99 33
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