Auswirkungen der Krise auf Start-ups noch unklar

In Deutschland lag der Bestand an Start-ups im Jahr 2019 wie im Jahr zuvor bei 70.000. Wie sich allerdings die Pandemie auf die Szene auswirken wird, ist laut der Chefvolkswirtin der Förderbank KfW noch nicht ausgemacht.

Während die Zahl der Start-ups zuletzt bei 70.000 stagnierte, wächst die Bereitschaft zu alternativen Finanzierungsformen. So wollte 2019 knapp jedes fünfte Start-up – doppelt so viele wie im Jahr zuvor – VC-Partner einbeziehen. Dies zeigt der neue KfW-Start-up-Report 2020.

Durchschnittliche Teamgröße von 1,8 Mitgliedern

Bei einer durchschnittlichen Teamgröße von 1,8 Mitgliedern der im Report untersuchten Firmen stehen hinter den 70.000 Start-ups rund 127.000 aktive Gründerinnen und Gründer, wobei der Frauenanteil lediglich 19 Prozent beträgt. Der deutlich gestiegenen Nachfrage nach Venture Capital auf Seiten der Start-ups steht ein ebenfalls gewachsenes Kapitalangebot gegenüber. So sind die jährlichen VC-Investitionen institutioneller Investoren seit 2014 um das 2,8-fache auf rund 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2019 gestiegen.

Wie sich die Corona-Krise konkret auf die Start-up-Szene in Deutschland auswirkt, ist indes laut KfW derzeit noch nicht absehbar. Viele Start-ups seien im Frühsommer davon ausgegangen, dass sie aufgrund der Umsatzeinbrüche das Jahr nicht überstehen würden.

Neue digitale Geschäftsmodelle aufgrund Corona

Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, sagt zu den Ergebnissen des Start-up-Reports: „Die in den letzten Jahren gestiegene Zahl an Start-ups spiegelt die Reifung des Start-up-Ökosystems wider. Das ist eine sehr gute Entwicklung für den Innovationsstandort Deutschland. Die Corona-Krise belastet dieses Ökosystem nun erheblich, weil wohl zunächst sowohl mehr Unternehmen scheitern als auch weniger Gründungen nachkommen werden." Die Krise könne aber auch als Katalysator wirken, insbesondere für neue digitale Geschäftsmodelle.

(KfW / STB Web)

Artikel vom: 15.10.2020