Mitbestimmte Unternehmen haben bessere Personalstrategie

Wenn Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sitzen, hat die Personalpolitik einen höheren Stellenwert. Das sorgt laut Hans-Böckler-Stiftung für mehr Ausbildung, einen höheren Frauenanteil am Vorstand und bessere Perspektiven für Ältere.

Ob es nur irgendein Job, dauernde Quälerei oder gute Arbeit ist, hängt maßgeblich von der Personalpolitik des Arbeitgebers ab. Werden die Belange der Beschäftigten im Vorstand ernst genommen? Wird Nachwuchs ausgebildet und haben auch ältere Arbeitnehmer noch Perspektiven? Kommen bei der Besetzung von Chefposten auch Frauen zum Zug? All dies ist nicht nur wichtig, wenn es um Innovationskraft, internen Wissenstransfer oder die Bewältigung demografischer Herausforderungen geht. Auch für die Arbeitsbedingungen ist entscheidend, ob Unternehmen Energie in die Personalentwicklung stecken.

Daher hat das Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) diese Zusammenhänge für die Hans-Böckler-Stiftung genauer untersucht. Hier die wesentlichen Ergebnisse:

  • Einen Extra-Vorstandsposten für Personalangelegenheiten haben die großen mitbestimmten Unternehmen so gut wie immer. Von zehn Unternehmen ohne Mitbestimmung haben dagegen acht kein eigenständiges Personalressort.
  • Mitbestimmte Unternehmen hatten in den vergangenen Jahren eine Ausbildungsquote - Anteil der Azubis an allen Beschäftigten in Deutschland - von etwa 4,5 Prozent. Ohne Mitbestimmung lag der Wert nur bei 3,6 Prozent.
  • Mitbestimmte Unternehmen beschäftigen mehr Ältere. Der durchschnittliche Arbeitnehmer ist hier 43 Jahre alt, in Firmen ohne Mitbestimmung dagegen drei Jahre jünger.
  • Wenn Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat vertreten sind, gibt es häufiger Frauen im Vorstand. Das gilt, obwohl der Frauenanteil in den Belegschaften mitbestimmter Unternehmen unterdurchschnittlich ist.

(Hans-Böckler-Stiftung / STB Web)

Artikel vom: 18.10.2017