Häufig leiden Gesundheit, Leistung und Qualität unter Perfektionismus. Für Unternehmen kann es deswegen sinnvoll sein, Dinge lockerer anzugehen und auch Mitarbeitern mehr Entspanntheit zugestehen.

Perfektionismus kann schädlich sein, weil er schlicht nicht effizient ist. Darauf weist zumindest das Paretoprinzip hin, das im 19. Jahrhundert durch den Ökonomen, Soziologen und Ingenieur Vilfrid Pareto entwickelt wurde. Demnach werden 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Aufwandes erzielt, während für die fehlenden 20 % mit 80 % der Großteil der Arbeit aufgewendet werden muss. Die noch fehlenden 20 % sind allerdings meist nicht wichtig und können den Blick auf Wesentliches versperren.

Perfektionismus als Gefahr für Führungskräfte

Die Unternehmensleitung ist beim Umgang mit Perfektionismus herausgefordert und besonders gefragt. Zum einen sind sie oft selbst von Perfektionismus betroffen und müssen diesen im Griff haben. Delegieren und ein gutes Zeit- und Selbstmanagement sind hierfür unabdingliche Fähigkeiten, die durchaus erlernbar sind. Viele Perfektionisten trauen sich nicht, Aufgaben auf ihre Mitarbeiter zu übertragen, aus Angst, dass sie den eigenen übersteigerten Ansprüchen nicht gerecht werden. Sie haben zudem häufig eine Tendenz zu Überreaktionen bei kleinen Fehlern, was sich auf das Betriebsklima sehr negativ auswirken kann. Perfektionisten leiden zudem häufiger unter Burn-out und machen ihr Selbstwertgefühl von der eigenen Fehlerlosigkeit abhängig.

Ein Verzicht auf unnötigen Perfektionismus trägt zur Motivation der Mitarbeiter genauso bei, wie es sich förderlich auf die eigene Gesundheit auswirkt. Auf die 20 % zu verzichten, setzt Kräfte frei und ermöglicht so den Blick beispielsweise auf Abläufe im Unternehmen zu richten und Fehlerquellen abzustellen.

Umgang mit perfektionistischen Mitarbeitern

Perfektionisten können nach der CIO-Redakteurin Alexandra Mesmer durch ihren Genauigkeit auch sich selbst schaden. Sie arbeiten länger als Kollegen, sind schneller gestresst und zudem unzufrieden. Zudem erwecken sie häufig den Verdacht, dass sie ihre Aufgaben entweder gar nicht oder nur unter deutlichem Mehraufwand erledigen können. Die Qualität der eigenen Arbeit ist jedoch nach Einschätzung einer Umfrage der IBM nur zu 10 % für den beruflichen Aufstieg verantwortlich, während eine souveräne Ausstrahlung, Ruf und Bekanntheitsgrad deutlich wichtiger sind.

Perfektionisten im Mitarbeiterteam können Chefs auf die Probe stellen. Dabei sind Perfektionisten durchaus wertvolle Mitarbeiter. Sie sind im fachlichen Bereich häufig besonders kompetent und sehr gut darin, sich auf Details zu konzentrieren und tiefes Wissen zu erwerben. Doch darin liegt auch eine Gefahr, denn Perfektionisten verzetteln sich häufig. Um dem entgegenzuwirken, können Chefs die folgenden Tipps berücksichtigen:

-        Mitarbeitern sagen, was sie nicht tun sollen

-        Umfang (nicht zeitlich)

-        Wertschätzung geben

-        Arbeit unterbrechen, wenn sie zu weit geht (nicht ohne Lob)

-        Zielgruppe der Arbeit und ihren Kenntnisstand kommunizieren

-        Mitarbeiter geduldig dabei helfen, ihre Anforderungen an sich selbst schrittweise zu verringern.
Denis Broll - Diplom Ökonom, Steuerberater

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