Eine repräsentative Umfrage der Bitkom hat ergeben, dass viele Berufstätige digitalen Technologien einen wachsenden Stellenwert zuschreiben, sich jedoch nicht ausreichend darauf vorbereitet fühlen.

Anforderungen steigen, Bildungsangebote nehmen nicht zu

Mehr als siebzig Prozent beklagen, dass während der Arbeitszeit keine Möglichkeit für Fortbildungen besteht. Ganze achtzig Prozent sind zudem der Meinung, dass digitale Technologien für ihren Arbeitsalltag von großer Bedeutung sind. So überrascht es nicht, dass sich drei Viertel der Befragten privat weiterbilden. Bei der privaten Weiterbildung sind jedoch nicht nur PC-Programme oder Programmiersprachen gefragt, sondern auch Fremdsprachen und Kochen/Ernährung. Klassische Lernformate werden dabei immer noch deutlich häufiger genutzt als digitale Lernformate wie Online-Tutorials, Apps oder MOOCs. Als größter Vorteil der digitalen Lernformate wird die Flexibilität von Ort und Zeit genannt (87 %), 59 % sind sogar davon überzeugt, damit effektiver lernen zu können und 43 % macht diese Form mehr Spaß als klassische Lernformate.

Der Zeitaufwand bei der Weiterbildung variiert allerdings stark. Nur 20 Prozent sind gar nicht bereit, für eine private Weiterbildung Zeit zu investieren:

-        13 Prozent investieren bis zu 30 Minuten pro Woche

-        27 Prozent bilden sich wöchentlich bis zu einer Stunde weiter

-        21 Prozent bilden sich bis zu zwei Stunden in der Woche fort

-        13 Prozent investieren bis zu einen Tag in der Woche für die Weiterbildung

-        2 Prozent sogar mehrere Tage wöchentlich.

Digitalkompetenz immer wichtiger

77 % der Befragten gaben an, dass Digitalkompetenz ihrer Meinung nach in Zukunft mindestens genauso wichtig sein wird, wie soziale und fachliche Kompetenz.

Fast sechzig Prozent gaben zudem an, dass ihr Arbeitgeber keine Weiterbildungen anbietet. Vierzig Prozent bemängeln sogar, dass der Arbeitgeber zunehmend auf digitale Technologien setzt, ohne die Weiterbildung seiner Mitarbeiter entsprechend zu fördern. Dies deckt sich mit den Beobachtungen des Bitkom-Präsidenten Achim Berg, der kritisiert, dass die Unternehmen durch die gute Auftragslage versäumen, in „Mitarbeiter von morgen“ zu investieren.

Der Nachholbedarf hängt stark von den Einzelpersonen gemacht. Während mehr als ein Viertel (27 %) überhaupt keine Weiterbildung zu Standardprogrammen absolviert hat, obwohl es sinnvoll wäre, hat rund ein Drittel mindestens eine Weiterbildung zur Bedienung eines Standardprogramms gemacht. Ebenso viele würden es für sinnvoll halten, sich zur allgemeinen Handhabung von digitaler Technologie weiterzuentwickeln. 19 % haben dies getan. Deutlich seltener sind Weiterbildungen zum Datenschutz (13 %) und zu technischen Grundlagen wie Programmiersprachen (9 %), Urheberrecht (8 %) und richtiges Verhalten in Social Media und Chats (3 %).

Die Wichtigkeit der Weiterbildung bei Digitalthemen erkennen 92 % der Befragten an. Jeder neunte Teilnehmer ist zudem der Meinung, dass diese die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern und Voraussetzungen für Erfolg im Beruf sind.

Bitkom appelliert an Regierung und Unternehmen

Berg nimmt das Management in die Pflicht. Lebenslanges Lernen mit Fokus auf Digitalkompetenz müsse Teil der unternehmerischen Praxis werden. Angebote sollten verbessert und modernisiert werden. Das Angebot an Weiterbildungen durch den Arbeitgeber spiele neben der Motivation der Mitarbeiter und dem Zeitbudget eine entscheidende Rolle. Auch der Staat soll entsprechende Programme auflegen und Weiterbildungen durch Steuererleichterungen fördern. Der Bitkom fordert deswegen eine Initiative von Politik und Wirtschaft.
Denis Broll - Diplom Ökonom, Steuerberater

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