Das Finanzgericht Schleswig-Holstein hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob Aufwendungen für ein Studium als Werbungskosten oder Sonderausgaben berücksichtigt werden können (FG Schleswig-Holstein 16.5.17, 4 K 41/16). Das Gericht lehnte dies nach einer umfassenden Einzelfallprüfung mit einem rechtskräftigen Urteil ab.

Erste berufliche Tätigkeit erst mit 75 Jahren möglich

Der 1943 geborene Kläger hatte zum Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2006 ein Studium der Theaterwissenschaften aufgenommen. Diese war auf einen Abschluss zum Bachelor und anschließend zum Master ausgelegt. Der Kläger, der sehr gute Studienleistungen erbrachte und Altersruhegeld erhielt, hätte somit frühstens im Alter von 75 Jahren eine erste berufliche Tätigkeit auf Grundlage dieses Studiums aufnehmen können.

Kein hinreichend erwerbsbezogener Veranlassungszusammenhang

Das Finanzgericht Kiel hat die Kosten dieses Studiums nicht anerkannt und erlaubt die Abschreibung weder im Rahmen der vorweggenommenen Werbungskosten, noch als Sonderausgaben. Grund dafür ist der nach Ansicht des Finanzgerichts fehlender erwerbsbezogener Veranlassungszusammenhang der Studienaufwendungen.

Das FG stützt sich dabei auf die privaten Interessen des Klägers am Studienfach und seinen eher vagen Aussagen zur angestrebten Tätigkeit. Zudem existiert eine jahrelange Affinität des Klägers und seiner Frau zum Studienort und seinem kulturellen Angebot. Zudem sei die wirtschaftliche Situation des Klägers gut genug, von einer privaten Veranlassung auszugehen sei.
Denis Broll - Diplom Ökonom, Steuerberater

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