Mehr als die Hälfte der Betriebe in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2016 die Weiterbildung ihrer Angestellten unterstützt. Dies gab das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) auf einer Pressekonferenz in Berlin am 22. März bekannt.

Deutliche Steigerung zu 2001

53 Prozent der 16.000 Unternehmen, die durch das IAB befragt wurden, ermöglichten ihren Mitarbeitern, sich weiter zu qualifizieren. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung seit Beginn des neuen Jahrtausends.

2001 hatten sich nur 36 Prozent der Betriebe dazu entschlossen, sich an der Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zu beteiligen. Bis 2012 zeigte sich dann ein klarer Aufwärtstrend, der nur im Herbst 2008 durch die Wirtschafts- und Finanzkrise unterbrochen wurde. Seit 2012 stagniert der Anteil auf recht hohem Niveau.

Auch der Anteil der Mitarbeiter, die in betrieblich geförderte Weiterbildungsmaßnahmen eingezogen werden, hat sich von 18 Prozent im Jahr 2001 auf 35 Prozent im Jahr 2016 gesteigert.

Geringqualifizierte bilden sich seltener fort

Bei Beschäftigten mit Tätigkeiten, die einen Berufs- oder Hochschulabschluss erfordern, nehmen mit 44 Prozent deutlich mehr an der betrieblichen Weiterbildung teil als bei Beschäftigten mit einfachen Tätigkeiten (20 Prozent). IAB-Vizedirektor wies auf der Pressekonferenz darauf hin, dass Geringqualifizierte bei einer stärkeren Beteiligung an Weiterbildungsmaßnahmen ihre Entwicklungs- Einkommens- und Beschäftigungschancen verbessern könnten. Vorteile hätte dies auch für die Betriebe, die so zusätzliche Potenziale erschließen könnten. Dies sei jedoch eine gesamtwirtschaftliche Aufgabe, die nicht nur durch die Betriebe getragen werden könne.

Frauen ergreifen häufiger Weiterbildungsmaßnahmen

Frauen haben häufiger an betrieblichen Weiterbildungen teilgenommen. Im ersten Halbjahr 2016 waren es 38 Prozent der Frauen, jedoch nur 33 Prozent der Männer. Laut IAB-Forscherin Ute Leber liege dies daran, dass Frauen häufiger in Branchen wie Gesundheits- und Sozialwesen (75 Prozent Frauenanteil) oder Erziehung und Unterricht (70 Prozent Frauenanteil) beschäftigt seien, wo sich Mitarbeiter durch ein überdurchschnittliches Weiterbildungsengagement auszeichnen könnten.

Weiterbildungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Digitalisierung

Betriebe, die sich mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen oder bereits moderne Technologien nutzen, engagieren sich zudem mit 70 Prozent deutlich häufiger bei Weiterbildungen ihrer Mitarbeiter, als Betriebe, die dies nicht tun (40 Prozent).
Denis Broll - Diplom Ökonom, Steuerberater

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