Beim Projekt „Wohnen für Hilfe“ helfen jüngere Menschen Älteren im Alltag und erhalten dafür Mietvergünstigungen. Dabei können je nach Modell unterschiedliche Besteuerungsregeln greifen.

Jung hilft Alt gegen Mieterlass

Ältere Menschen benötigen im Alltag oft Hilfe und besitzen zugleich leerstehende Räume in ihren Häusern oder Wohnungen. Jüngere Menschen können die fraglichen Aufgaben wie Einkaufen, Kochen oder Begleitdienste meist mit Leichtigkeit erfüllen und suchen kostenlosen oder zumindest günstigen Wohnraum. Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ bringt beide Generationen zusammen. Dort vermieten Ältere ihren Wohnraum an Jüngere. Dabei muss der Mieder seinem Vermieter bei vielen Programmen eine Stunde Hilfe im Monat je Quadratmeter bezogenem Wohnraum leisten. Diese Hilfe führt dann zu einem entsprechenden Mieterlass.

Erlass des Finanzministerium Hamburg soll bei Einordung helfen

In einem Erlass hat das Finanzministerium Hamburg nun dargelegt, welche steuerliche Behandlung dieser Tätigkeiten angewendet wird. Dabei unterscheidet es drei unterschiedliche Modelle, weist jedoch auch darauf hin, dass die einzelnen Konstellationen von diesen drei Modellen abweichen kann, beispielsweise weil die Intentionen der Vermieter divergieren oder der Mieter seine Leistung in unterschiedlich ausgeprägtem Umfang erbringt. Es handelt sich also um Eckpunkte für die steuerliche Einordnung der Wohnpartnerschaft.

Modell I: Mieter hilft Vermieter

Im Modell I leistet der Mieter praktische Alltagshilfe und arbeitet dadurch seine Miete ab. Zwischen Mieter und Vermieter besteht in diesem Fall ein Dienstverhältnis. Der Mieter muss also Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit angeben. Der Vermieter muss hingegen dennoch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung versteuern.

Modell II: Mieter hilft Vermieter nur indirekt

In den Modellen II und II arbeitet der Mieter seine Miete nicht durch Dienste für den Vermieter ab, sondern erbringt gemeinnützige Tätigkeiten im unmittelbaren Wohnumfeld des Seniors (Model II) oder erbringt gemeinnützige oder ehrenamtliche Tätigkeiten im Stadtgebiet ohne Erhalt einer Aufwandsentschädigungspauschale (Modell III). Bei diesen Modellen müssen Finanzämter den Einzelfall prüfen und dann entscheiden, welche Einkunftsart vorliegt. Beim Mieter sei dabei ebenfalls von Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit auszugehen. Bei der Vermieterseite müsse hingegen geprüft werden, ob dieser eine Einkünfteerzielungsabsicht verfolge, da dies die Voraussetzung für die Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung sei. 
Denis Broll - Diplom Ökonom, Steuerberater

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