Der Bundesfinanzhof entschied mit Urteil vom 14.09.2016, dass die Trennung eines Arbeitsraumes zu einem Wohnraum durch ein Sideboard nicht ausreiche, um die Kosten des auf den als Arbeitsraum genutzten Teils zum Ausgabenabzug zuzulassen.


Hintergrund

Ein Architekt der in einer Mietwohnung wohnte, benutze seine Abstellkammer als Archiv, den Keller als Büroräume und einen Wohnraum sowohl als Arbeitszimmer als auch als Wohn/-Esszimmer, welcher durch ein meterhohes Sideboard getrennt war. Büroräume, Keller und Archiv wurden vom Finanzamt als Mietaufwendung bei den Betriebsausgaben anerkannt. Die anteilig anfallenden Kosten auf das Arbeitszimmer, die Diele, Küche und Bad wurden hingegen nicht als Betriebsausgabe zum Abzug zugelassen. Das Finanzgericht folgte dem Finanzamt. Der Architekt legte Revision ein und begehrte die Aufwendungen auf Grund der vorgenommenen Raumteilung zumindest anteilig zum Abzug zuzulassen.


Entscheidung

Finanzamt und Finanzgericht argumentierten, dass es nicht zu dem beantragten anteiligen Betriebsausgabenabzug kommen dürfe, da der Architekt weder Kunden empfangen hat, noch Mitarbeiter beschäftigte und die betriebliche Nutzung somit keinen nennenswerten Umfang übersteige. Auch der Bundesfinanzhof schloss sich an, der in seinem Urteil begründend ausführte, dass häusliche Arbeitszimmer den Charakter eines Arbeitsraumes erfüllen müssten. Dies sei typischerweise dann erfüllt, wenn der jeweilige Raum mit Büromöbeln ausgestattet und durch Türen und/oder Wände räumlich von den privat genutzten Aufenthaltsräumen getrennt ist. Weiterhin sollten Arbeitszimmer (nahezu) ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt werden.

Im geurteilten Fall waren die Räume des Architekten jedoch in die Sphäre des Wohnraumes eingebunden und wiesen bereits nach ihrem äußeren Erscheinungsbild charakteristische Merkmale eines Wohnraumes auf, der durch seine Einrichtung erkennbar auch privat genutzt werden konnte (Durchgangszimmer, Arbeitsecke in einem Wohnraum). Die Aufteilung des Raumes durch ein Sideboard reiche nicht aus, um die private Mitbenutzung auszuschließen.

Denis Broll - Diplom Ökonom, Steuerberater

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Am 14.09.2016 wurde entschieden, wenn man die Kosten des Arbeitsraums als Betriebskosten absetzen möchte, dass die Trennung eines Arbeitsraumes zu einem Wohnraum nicht durch ein Sideboard erfolgen darf.

Hintergrund

Ein Architekt der in einer Mietwohnung wohnte, benutze seine Abstellkammer als Archiv, den Keller als Büroräume und einen Wohnraum sowohl als Arbeitszimmer als auch als Wohn/-Esszimmer, welcher durch ein meterhohes Sideboard getrennt war. Büroräume, Keller und Archiv wurden vom Finanzamt als Mietaufwendung bei den Betriebsausgaben anerkannt. Die anteilig anfallenden Kosten auf das Arbeitszimmer, die Diele, Küche und Bad wurden hingegen nicht als Betriebsausgabe zum Abzug zugelassen. Das Finanzgericht folgte dem Finanzamt.

Der Architekt legte Revision ein und begehrte die Aufwendungen auf Grund der vorgenommenen Raumteilung zumindest anteilig zum Abzug zuzulassen.

Entscheidung

Finanzamt und Finanzgericht argumentierten, dass es nicht zu dem beantragten anteiligen Betriebsausgabenabzug kommen dürfe, da der Architekt weder Kunden empfangen hat, noch Mitarbeiter beschäftigte und die betriebliche Nutzung somit keinen nennenswerten Umfang übersteige.

Auch der Bundesfinanzhof schloss sich an, der in seinem Urteil begründend ausführte, dass häusliche Arbeitszimmer den Charakter eines Arbeitsraumes erfüllen müssten. Dies sei typischerweise dann erfüllt, wenn der jeweilige Raum mit Büromöbeln ausgestattet und durch Türen und/oder Wände räumlich von den privat genutzten Aufenthaltsräumen getrennt ist. Weiterhin sollten Arbeitszimmer (nahezu) ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt werden.

Im geurteilten Fall waren die Räume des Architekten jedoch in die Sphäre des Wohnraumes eingebunden und wiesen bereits nach ihrem äußeren Erscheinungsbild charakteristische Merkmale eines Wohnraumes auf, der durch seine Einrichtung erkennbar auch privat genutzt werden konnte (Durchgangszimmer, Arbeitsecke in einem Wohnraum). Die Aufteilung des Raumes durch ein Sideboard reiche nicht aus, um die private Mitbenutzung auszuschließen.