Das Finanzgericht Düsseldorf hat mit Urteil von 21.01.2016 (Az. 11 K 4274/13 E) entschieden, dass Aufwendungen zur Beseitigung von Schäden, die ein Mieter verursacht hat, nicht unter die sogenannten anschaffungsnahen Herstellungskosten fallen, sondern sofort abgezogen werden können.

Mieterin verursachte Schaden

Im Streitfall hatte die Klägerin zum 01.04.2007 eine Eigentumswohnung in einem mangelfreien Zustand erworben. Sie übernahm zudem das bestehende Mietverhältnis. In den folgenden Monaten kam es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit der Mieterin, die im September 2008 kündigte und die Wohnung in einem beschädigten Zustand hinterließ. So waren Scheiben eingeschlagen, Bodenfliesen zerstört und die Wohnung wies nun einen Wasserschaden und Schimmelbefall auf.

Die Klägerin wandte zur Beseitigung der Schäden 20.000 Euro im Jahr 2008 auf. Sie behandelte diese Aufwendungen als sofort abzugsfähige Werbungskosten.

Finanzamt nimmt anschaffungsnahe Herstellungskosten an

Das beklagte Finanzamt vertrat hingegen die Auffassung, dass es sich dabei um sogenannte anschaffungsnahe Herstellungskosten handele. Nach dem Einkommensteuergesetz gehören Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwendungen zu den Herstellungskosten des Gebäudes, wenn sie innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung des Gebäudes anfallen und ohne Umsatzsteuer 15 % der Gebäudeanschaffungskosten übersteigen. Sie können dann nur über die Abschreibung geltend gemacht werden und sind nicht sofort abzugsfähig.

FG erlaubt sofortigen Abzug

Das FG Düsseldorf entschied allerdings, dass im Streitfall keine anschaffungsnahen Herstellungskosten vorlagen, obwohl die 15-%-Grenze überschritten worden ist. Aus der Gesetzesbegründung sei nicht zu entnehmen, dass der Gesetzesgeber Aufwendungen zur Beseitigung von Schäden nach Erwerb erfassen wollte, weswegen der Anwendungsbereich einzuschränken sei.

Die Veraltungsvereinfachung durch das Einkommensteuergesetz bezwecke zudem keine Qualifizierung derartiger Aufwendungen als anschaffungsnahe Herstellungskosten. Hierfür spräche auch, dass die Klägerin für ihren Fall auch eine Absetzung für außerordentliche Abnutzung in Anspruch hätte nehmen können, was ebenfalls einen sofortigen Abzug erlaube. 
Denis Broll - Diplom Ökonom, Steuerberater

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