2014 entfiel mehr als die Hälfte der reinen Ländersteuern auf die Grunderwerbsteuer. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln geht dies jedoch zulasten von dringend benötigten Neubauten. Zudem führe die hohe Steuer zu einer vermeidbaren hohen wirtschaftlichen Belastung der Bürger und einer Verzerrung des Marktes.

Grunderwerbsteuer gestiegen

Im Jahr 2014 konnten die deutschen Bundesländer mehr als neun Milliarden Euro durch die Grunderwerbsteuer einnehmen. Damit macht diese Steuer 53 % aller Einnahmen aus, die ausschließlich den Bundesländern zugutekommen. Seit 2006 ist der Steuerwettbewerb für die Länder offen. Doch anstatt den Satz von 3,5 Prozent zu senken, erhöhten außer Bayern und Sachsen alle Bundesländer die Steuer inzwischen auf bis zu 6,5 Prozent. Als einer der wichtigsten Gründe hierfür gilt die Tatsache, dass eine Sonderregelung des Länderfinanzausgleichs verhindert, dass die Länder ihre Mehreinnahmen abgeben müssen.

Mehrfache Besteuerung

Durch die höheren Steuer kommt es laut der IW-Studie allerdings zu sogenannten Lock-in-Effekten. Dadurch wird der Handel mit Wohnungen gebremst und Neubauten unnötig teuer. Denn bei Neubauten wird teilweise mehrfach Grunderwerbssteuer fällig. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn erst ein Grundstück an einen Bauträger geht, dieser es bebaut und anschließend als Eigentumswohnungen weiterverkauft. Zusammen mit der Umsatzsteuer, die für die Bautätigkeiten veranschlagt wird, steigt die Steuerlast schnell auf über 18 Prozent des Kaufpreises an.

Kein Anreiz zur weiteren Erhöhung geben

Der IW empfiehlt der Regierung deswegen zwei Ansatzpunkte zur Neugestaltung der Grunderwerbssteuer. Zum einen müsse die Politik laut IW-Steuerexperte Tobias Hentze den Anreiz, die Grunderwerbsteuer durch den Länderfinanzausgleich immer weiter zu erhöhen, abschaffen. IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer fügt hinzu, dass die Bundesregierung einen Vorsteuerabzug bei Neubauten analog zur Mehrwertsteuer einführen sollte. Auf diese Weise könne die Steuerlast insgesamt gesenkt werden und die Verzerrung zwischen Bauträgermodellen und Neubauten in Eigenregie würde sich verringern.
Denis Broll - Diplom Ökonom, Steuerberater

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