Personen, die eine Altersversorgung beziehen und nebenbei eine Beschäftigung ausüben, zahlen in dieser weniger Sozialabgaben. Auch Arbeitgeber können eingeschränkt profitieren und müssen bei der Meldung den Status des Beschäftigen beachten.

Wie die Beschäftigten gemeldet werden müssen und welche der beiden Parteien in welcher Hinsicht profitiert, hängt von der Rentenart und der Versicherung ab:

1.                   Rentenversicherung bei Altersvollrente oder vergleichbarer Beamtenversorgung

Personen, die entweder eine Altersvollrente der gesetzlichen Rentenversicherung oder ein Ruhegehalt nach Erreichens einer Altersgrenze beziehen, sind in der Rentenversicherung versicherungsfrei. Sie können keine weiteren Rentenanwartschaften aufbauen und zahlen demzufolge in einer Beschäftigung keinen Arbeitnehmerbeitragsanteil zur Rentenversicherung mehr.

Der Arbeitgeberbeitragsanteil muss dennoch entrichtet werden. Im Rahmen eines 450 Euro-Minijobs ist es nicht notwendig, eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht zu erwirken. Hier zahlt lediglich der Arbeitgeber den Pauschbetrag.

2.                   Krankenversicherung bei Altersvollrente oder vergleichbarer Beamtenversorgung

Der Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf Krankengeld, falls er gesetzlich krankenversichert ist. Er ist dann über diese Versorgung abgesichert. Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung werden deswegen nur in Höhe des ermäßigten Beitragssatzes fällig.

Auch der Beitragsanteil des Arbeitgebers reduziert sich dementsprechend. Im Rahmen der Pflegeversicherung sind allerdings die entsprechenden Pflichtbeiträge wie für andere Arbeitnehmer zu zahlen.

3.                   Arbeitslosenversicherung bei Altersvollrente oder vergleichbarer Beamtenversorgung

Beschäftigte sind in der Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, wenn sie die Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung erreichen, was derzeit ab dem 67. Lebensjahr gilt. Ist der Arbeitnehmer arbeitslosenversicherungsfrei, spart er seinen Beitragsanteil.

Der Arbeitgeber muss seinen Anteil dennoch entrichten.

4.                   Bezieher von Altersgeld

Nicht nach einer Versorgung nach beamtenrechtlichen Vorschriften gleichzustellen sind Altersgeld nach dem Altersgeldgesetz oder vergleichbare Alterssicherungsleistungen auf landesgesetzlicher Grundlage gleichzustellen. Arbeitnehmer mit einer solchen Leistung sind deswegen voll sozialversicherungspflichtig, da diese keine Rentenversicherungsfreiheit begründen.

Das Erreichen der Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung ergibt nur in der Arbeitslosenversicherung eine Versicherungsfreiheit.

Der Arbeitgeber muss seinen Beitragsanteil dennoch zahlen.

5.                   Rentenbezug vor Erreichen der Altersgrenze

Wer bereits vor dem eigentlichen Altersrentenbeginn eine Rente bezieht, kann weitere Rentenansprüche aufbauen und ist demzufolge in einer Beschäftigung rentenversicherungspflichtig. Dies ist beispielsweise für Bezieher einer Erwerbsminderungsrente der Fall.

In einem 450 EUR-Minijob ist es allerdings möglich, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. In der Krankenversicherung sind Personen mit einem Arbeitsentgelt von regelmäßig mehr als 450 EUR monatlich krankenversicherungspflichtig aufgrund der Beschäftigung.

Besteht wegen des Rentenbezugs kein Anspruch auf Krankengeld, fällt im Rahmen der Krankenversicherung jedoch der ermäßigte Beitragssatz an. In der Arbeitslosenversicherung besteht eine Versicherungspflicht, wenn es sich um eine mehr als geringfügige Beschäftigung handelt.

Die Versicherungsfreiheit kann je nach Rentenart auch vor Beginn der Regelaltersgrenze eintreten.
Denis Broll - Diplom Ökonom, Steuerberater

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