Unternehmen, die die erste Phase nach der Gründung erfolgreich überstanden haben, stehen häufig vor dem Problem, dass Wachstum ohne zusätzliches Kapital nicht möglich ist. Zur Wachstumsfinanzierung haben sie unterschiedliche Möglichkeiten.

Unternehmensanteile und Aktien

Eine der klassischen Arten, das Wachstum eines bereits existierenden Unternehmens zu finanzieren, ist die Ausgabe von Aktien oder Anleihen. Allerdings hat diese Form der Finanzierung den Nachteil, dass sie nicht kurzfristig genutzt werden kann, da die Ausgabe von Wertpapieren zeit- und kostenintensiv ist. Im Durchschnitt muss das Unternehmen hierfür mit einem Jahr rechnen.

Es kann zudem notwendig sein, dass das Unternehmen in seiner Struktur verändert werden muss. Zudem sollte Eigentümer sich darüber im Klaren sein, dass eine Aktie einen Anteil am Unternehmen darstellt. Bei Anleihen ist hingegen das Problem, dass der Betrag mit Zinsen zurückgezahlt werden muss. Hierfür hat das Unternehmen in vielen Fällen nicht so viel Zeit wie bei einem Bankkredit, sodass es hier sinnvoll kalkulieren und sich mit Erfolg vergrößern muss, damit nicht dauerhaft Anschlussfinanzierungen notwendig werden.

Zudem ist problematisch, dass eine Börsenfähigkeit nicht gleichzusetzen mit einer hohen Börsenreife ist. Auch wenn alle regulatorischen Bedingungen für die Aktienausgabe erfüllt werden, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass das Unternehmen dauerhaft davon profitiert. Die Ausgabe von Aktien ist übrigens nicht immer gleichbedeutend mit einem Börsengang. Prinzipiell ist es auch möglich, dass das Unternehmen außerbörslich Aktien ausgibt.

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten

Auch im deutschsprachigen Raum wird das Konzept des Business-Angels immer beliebter. Sie stellen dem neuen Unternehmen nicht nur mit Wissen zur Seite, sondern beteiligen sich auch finanziell. Es handelt sich hierbei also um eine Beteiligung. Auch stille Teilhaberschaften sind in diesem Rahmen möglich. Der Begriff „Business-Angel“ ist allerdings nicht reglementiert, sodass hier viele Ausprägungen denkbar sind. Der Business-Angel sollte allerdings an einem langfristigen Wachstum des Unternehmens interessiert sein.

Die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums sollte von jedem Unternehmer auf mögliche Förderungen geprüft werden. Schon ohne Mittel der EU sind hier mehrere Hundert Förderungen aufgeführt.

Sale-Lease-Back oder Sale-and-Rent-Back

Für Unternehmen, die mit materiellen Wirtschaftsgütern arbeiten, kann eine Sale-Lease-Back-Finanzierung gegenüber dem Leasing deutliche Vorteile haben. Hier verkauft der Leasingnehmer sein Wirtschaftsgut an den Leasinggeber und leiht diese erneut von ihm. In Deutschland werden üblicherweise Gebäude über 50, Drehbänke für 16 oder PCs für drei Jahre auf diese Weise finanziert.

Der Vorteil ist, dass der Leasingnehmer auf diese Weise direkt von erhöhter Liquidität profitieren kann. Die Raten sind zudem steuerlich wirksam und reduzieren die Betriebseinnahmen sofort. Probleme können sein, dass eventuell erreichte Wertsteigerungen mit dem Eigentümerwechsel verloren gehen und die Vertragsgestaltung für den Leasingnehmer nachteilig sein können.
Denis Broll - Diplom Ökonom, Steuerberater

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